Wie werde ich Spender?

Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, für einen Patienten einen passenden Stammzellspender zu finden. Nur dann hat die Übertragung von Stammzellen den gewünschten Erfolg bei Krankheiten, für die es sonst keine vergleichbaren Möglichkeiten der Heilung oder des Überlebens gibt.

 

Bevor Sie zu einer unserer Typisierungsaktionen kommen, lesen Sie bitte folgende Punkte aufmerksam durch:

 

Als „Typisierung“ bezeichnet man die Laborarbeiten, die für eine Aufnahme in die Stammzellspenderdatei notwendig sind. Diese Analyse der Gewebemerkmale eines Spenders

erfolgt zwar im hauseigenen Labor, dennoch schlägt die Registrierung insgesamt mit mindestens 40 Euro zu Buche. Kosten, die wir aus Spenden finanzieren müssen. Die Stefan-Morsch-Stiftung hat sich immer für die kostenlose Registrierung der Neuspender eingesetzt und möchte dies auch zukünftig so weiterführen.

 

AUS DIESEM GRUND HABEN WIR FOLGENDE AUFNAHMEKRITERIEN FESTGELEGT:

 

In die Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung werden Spendewillige aufgenommen,

 

die zwischen 18 und 40 Jahre alt sind. Das Höchstalter für eine Neuaufnahme wurde auf 40 Jahre festgelegt, da wir wissen, dass Spender, die älter sind, nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Außerdem nehmen Erkrankungen und Beschwerden ab diesem Alter zu.

 

Im Rahmen von Schwangerschaften können Antikörper gebildet werden, die den

 

Transplantationserfolg gefährden können. Das Transplantationszentrum fordert deshalb – sofern ein anderer Spender zur Verfügung steht – zumeist Spenderinnen, die mehrere Schwangerschaften hatten, nicht an. Die Stefan-Morsch-Stiftung hat daher die Kriterien zur Registrierung als Stammzellspender entsprechend angepasst. Frauen, die mehr als zwei Schwangerschaften (auch Fehlgeburten zählen dazu) hatten, können daher nicht mehr kostenfrei in die Datei aufgenommen werden. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der "Stefan-Morsch-Stiftung".

 

Möchten Sie trotz der sehr geringen Wahrscheinlichkeit als Spender in Betracht zu kommen in die Spenderdatei aufgenommen werden, können wir dies gerne tun, wenn Sie die Kosten für die Registrierung von 40 Euro selbst tragen. Sie könnten aber auch, wenn es Ihnen ein Bedürfnis ist zu helfen, diesen Betrag spenden und damit die Kosten für die Typisierung eines jüngeren Menschen

decken, der noch kein Geld verdient.

 

 

WEITERE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE AUFNAHME SIND:

  • Ihr Gewicht muss über 50 Kilogramm liegen.
  • Übergewicht mit einem Body-Maß-Index von mehr als 40 führt ebenfalls zum Ausschluss.

 

 

Folgende Erkrankungen führen ebenfalls dazu, dass man nicht in die Datei aufgenommen werden kann:

  • Herz-Kreislaufsystem:

z.B. nach einem Herzinfarkt, behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen,

koronare Herzkrankheit; schlecht eingestellter Bluthochdruck, Bypass Operationen

  • Erkrankungen des Gerinnungssystems:

Hämophilie A (Bluterkrankheit), z.B. Beinvenenthrombose, Behandlung mit Medikamenten, die die Gerinnung beeinflussen wie z. B. Aspirin und Marcumar (zur Blutverdünnung) Blutbildungsstörungen: wie z.B. Thalassämie, Sichelzellanämie, schwere aplastische Anämie, Sphärozytose.

  • Atemwegserkrankungen:

chronische Bronchitis, schweres Asthma, Lungenfibrose, Lungenembolie.

  • Schwere Nierenerkrankungen:

Glomerulonephritis, Niereninsuffizienz, Zystennieren.

  • Schwere Allergien, die mit Cortison behandelt werden müssen.
  • Infektiöse Erkrankungen:

Hepatitis B oder C (auch ausgeheilt), Borreliose (chronisch), HIV-Infektion, Protozoonosen, Salmonellen-Dauerausscheider, Malaria.

  • Psychische Erkrankungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems:

Epilepsie, Schizophrenie, Psychosen, behandlungsbedürftige schwere Depressionen, Multiple Sklerose, Creutzfeld-Jakob-Krankheit.

  • Krebserkrankungen (auch wenn ausgeheilt)
  • Autoimmun-Erkrankungen:

z.B. Rheumatoide Arthritis, Kollagenosen (z.B. Sklerodermie), Morbus Crohn, Collitis Ulcerosa, Morbus Addison, Idiopathische Thrombozytopenische Purpura, Lupus erythematodes, Sjörgen-Syndrom, Vaskulitis, Neurodermitis.

  • Erkrankungen der endokrinen Drüsen:

Diabetes mellitus (insulinpflichtig), Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditits.

  • Nach einer Organ- oder Fremd-Gewebe-Transplantation:

Niere, Leber, Herz, Haut, Hornhaut, Hirnhaut oder Sehnen.

  • Bei Vorliegen einer Suchterkrankung:

Alkohol, Medikamente, Drogen.

  • Behandlung mit Wachstumshormonen aus dem Hypophysenvorderlappen.
  • Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe:

Menschen, deren Sexualverhalten oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blutübertragbare schwere Infektionskrankheiten (z.B. Hepatitis B und C oder HIV) bergen.

 

 

KANN ICH DIE ENTNAHMEFORM AUSWÄHLEN?

 

Generell sollten Sie dazu bereit sein, beide Entnahmeformen – Stammzellapherese oder

Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm – zuzulassen. Zum einen, weil es oft medizinische Gründe dafür gibt, warum ein Transplantationszentrum für den Patienten die Entscheidung fällt, dass hier z.B. die Transplantation von Knochenmark einen besseren Heilungserfolg verspricht. Zum anderen, weil es sein kann, dass trotz einer Gabe des körpereigenen Botenstoffs nicht genügend Stammzellen für eine Apherese produziert werden. In diesen sehr seltenen Ausnahmefällen müsste dann eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm erfolgen, da der Patient zu diesen Zeitpunkt bereits in der Vorbereitung zur Transplantation der Zellen befindet.

Grundsätzlich sind Sie jedoch in der Wahl der Entnahmeform frei.